Wie ich zu meinen Menschen kam ?!

Das war ein gaanz schlimmer Tag :-(

Zuerst war er langweilig, wie alle Tage. Plötzlich kam mein damaliger " Besitzer "  mit einer fremden Frau an. Meine Mutti und der ältere Hundemann durften wie immer auf dem Gartengrundstück frei laufen. Nur ich war ständig an einer 8 m Leine. Da meine Mutti eine sehr hübsche Hundedame ist, wollte die Frau sie kaufen - schliesslich waren Mutti und ich in einem Inserat angeboten worden.

Die Frau war bereits entschlossen meine Mutti mitzunehmen, als sie mich hinter einem Stapel Holz entdeckte. Der Menschenmann meinte, ich sei unbelehrbar, würde ständig abhauen und man hätte nur Ärger mit mir. Eigentlich wollte er mich auch verkaufen, aber diesen Hund könne man niemanden zumuten. Der Frau trieb es die Tränen in die Augen und sie sagte ganz energisch, dass sie mich auf jeden Fall mitnehmen wird. Unbelehrbare Hunde gibt es nicht, nur Menschen die sich keine Mühe geben. Der Mann willigte ein, band mich los und ich rannte sofort panisch auf dem Grundstück umher. Ich wusste genau, wenn der Mann mich wieder erwischt, kann ich was erleben. Als er mich zu fassen bekam, zog er mich am Nacken an das Auto der Frau. Ich wollte auf keinen Fall rein, davor hatte ich grosse Angst. Aber dem Mann war das egal - er ärgerte sich nur darüber, dass ich nicht freiwillig gekommen war und drückte mich auf den Rücksitz . 

Die Frau fuhr mit mir los und redete fast die ganze Fahrt mit zärtlichen Worten, aber ich konnte mich vor lauter Angst nicht bewegen, schaute sie nur an und machte Pipi ins Auto. Die Frau hat gar nicht geschimpft - sie hat mich ganz lieb gestreichelt und mir geschworen, dass es mir jetzt besser gehen wird  :-)

Als erstes gingen wir zum Tierarzt - das war lustig. Ich wusste gar nicht, dass es soviele andere Hunde gibt und alle waren freundlich zu mir. Sogar der Tierarzt hat mir nicht wehgetan, sondern nur mal da und da geschaut und gemeint, ich sei trotz der schlechten Ernährung gesund.

Nur dann musste ich wieder ins Auto, aber dieses mal trug die Frau mich hinein, streichte dabei zärtlich über meinen Kopf und nannte mich kleine Maus ;-)

In meinem neuen Zuhause angekommen, stand ich plötzlich vor einer Treppe. Wie sollte ich da der Frau folgen - meine Beine konnten sich nicht einig werden, welches sich zuerst  bewegen sollte. Nach viel viel viel Zureden und noch mehr Zeit schaffte ich es doch und bekam oben mein erstes Leckerli. Dann leinte mich die Frau ab und legte mich auf ein superweiches grosses Kissen und versprach mir, dass dies ab jetzt mir allein gehört. Die Frau ging in einen anderen Raum und ich blieb vorsichtshalber regungslos liegen. Ich war nie zuvor im Lebensraum eines Menschen - die machten ja furchtbare Geräusche.

Immer wieder kam die Frau vorbei, sagte etwas unverständliches zu mir und streichelte mich kurz.Meine Erfahrung mit Menschen bisher haben mich gelehrt, dass man sich am besten ganz fest auf den Boden drückt und regungslos liegenbleibt und das habe ich auch über viele Wochen hin bei den neuen Menschen getan. An meinem ersten Abend kam dann auch noch ein Mann die Tür rein, bückte sich zu mir runter und fragte, wer ich denn sei. Panisch vor Angst schaute ich ihn nicht einmal an. Aber es nützte nichts - er leinte mich mit liebevollen Gesten an und wir gingen, wenn auch nicht freiwillig, zum Pipi machen. Was soll ich euch sagen - ich konnte nix machen !

Über eine halbe Stunde ging er mit mir im strömenden Regen auf und ab, aber ich konnte nichts machen. Am nächsten morgen - es regnete immer noch ganz heftig, ging der liebe Mann ganz früh wieder mit mir runter und von da an ging es plötzlich :-)